Brandmeldeanlagen

Brandmeldeanlagen (kurz: BMA) sind aus dem modernen Brandschutz nicht mehr wegzudenken. In vielen Gebäuden sind solche Anlagen zu finden, dazu gehören vor allem öffentliche Einrichtungen und Gebäude aus dem Wirtschaftsbereich. Auch in Moringen sind in den meisten dieser Gebäude Brandmeldeanlagen vorgeschrieben.

Die grundlegende Funktion der BMA ist leicht erklärt: Über verschiedene Sensoren, in der Regel sind dies vernetzte spezielle optische Rauchmelder, werden die Gebäude engmaschig überwacht. Sobald einer dieser Sensoren auslöst, trifft die Brandmeldeanlage verschiedene Maßnahmen. Dazu gehört in der Regel, dass der Feueralarm direkt in die integrierte Einsatzleitstelle Northeim durchgestellt wird, welche daraufhin die Feuerwehr alarmiert. Auch wird ein akustischer Feueralarm im Gebäude ausgelöst, wodurch Personen, welche sich im Gebäude befinden, gewarnt sind. Weiterhin ist es auch denkbar, dass maschinelle Rauch- und Wärmeabzüge aktiviert werden, um Fluchtwege begehbar zu halten. Besonders in Bereichen mit teuren Elektronikanlagen und -komponenten werden häufig auch automatische Löschanlagen aktiviert, welche mit Inertgasen versuchen den Entstehungsbrand zu löschen.

Die Brandmeldeanlage kann auch manuell mit Druckknopfmeldern im Gebäude aktiviert werden. Die Druckknopfmelder gibt es in verschiedenen Ausführungen, welche sich grundlegend in ihrer Funktion unterscheiden. Während Druckknopfmelder in blauem Gehäuse nur einen hausinternen Alarm auslösen, so sind die Druckknopfmelder im roten Gehäuse mit der Aufschrift Feuerwehr in der Regel direkt über die Brandmeldeanlage mit der Feuerwehrleitstelle verbunden. Andersfarbige Druckknopfmelder steuern meist verschiedene andere Brandschutzkomponenten, dienen jedoch nicht zur Alarmierung der Feuerwehr.

Aufgrund der sensiblen Sensorik kommt es bei Brandmeldeanlagen häufig zu Fehlalarmen. Bereits Staubaufwirbelungen durch Bauarbeiten, Wasserdampf oder auch Zigarettenrauch können von den Sensoren detektiert werden und als Brandrauch fehlinterpretiert werden. Auch andere Sensorentypen können durch gewisse äußere Einflüsse Falschmeldungen ausgeben. Über 90 Prozent der Brandeinsätze durch Brandmeldeanlagen sind Fehlalarme, welche größtenteils auf die oben genannten Ursache zurückgehen. 

Trotz dieses hohen Fehlalarmaufkommens wird jeder Einsatz durch eine Brandmeldeanlage zunächst von der Feuerwehr als Realeinsatz gewertet und ein kompletter Löschzug rückt an. Denn in den seltenen Realfällen können die Entstehungsbrände häufig bereits mit einfachen Mitteln bekämpft werden, sodass, wenn überhaupt, nur ein geringer Sachschaden entsteht und auch ein Dienstleistungs- oder Produktionsausfall vermieden wird.

Bei der Aufstellung einer Brandmeldeanlage sind neben der DIN EN 54 besonders die technischen Aufschaltbedingungen (TAB) zu beachten, welche vom vorbeugenden Brandschutz vorgegeben werden. Die für den Landkreis Northeim gültige TAB können Sie hier herunterladen.

Feuerwehrschlüsseldepot und Freischaltelement

Nachdem eine Feuermeldung einer Brandmeldeanlage in der integrierten Leitstelle aufgelaufen ist, wird die Feuerwehr wie gewohnt über digitale Meldeempfänger zu einem Brandeinsatz in Zugstärke alarmiert. 

Um das gesamte Gebäude betreten zu können, um die Ursache der Feuermeldung auf dem Grund zu gehen benötigt die Feuerwehr zu entsprechenden Bereichen einen Generalschlüssel. Aus versicherungstechnischen und logistischen Gründen werden diese Generalschlüssel nicht in Obhut der Feuerwehr aufgehoben, schließlich soll die Feuerwehr nur im Einsatzfall Zutritt haben. Um die Generalschlüssel den Einsatzkräften im Alarmfall jedoch zeitnah zur Verfügung zu stellen, werden diese in so genannten Feuerwehrschlüsseldepots (FSD) aufbewahrt. Jedes Objekt, welches von einer Brandmeldeanlage überwacht wird, verfügt über mindestens ein FSD, in welchem nur die für das Objekt relevanten Schlüssel aufbewahrt werden.

Die massiven Feuerwehrschlüsseldepots sind einbruchs- und sabotagesicher ausgeführt, jeder Versuch ein FSD zu Öffnen, ohne dass eine Feuermeldung vorliegt, wird an Sicherheitsfirmen oder die Polizei gemeldet. Auch die Feuerwehr kann ein FSD nur öffnen, wenn zuvor die Brandmeldeanlage ausgelöst hat.

Falls durch einen technischen Defekt o.ä. die Brandmeldeanlage im Brandfall nicht automatisch auslöst, jedoch Passanten in der Leitstelle einen Notruf absetzen, kann also die Feuerwehr den Generalschlüssel nicht erreichen. Aus diesem Grund verfügt jede Brandmeldeanlage ebenfalls über ein Freischaltelement (FSE). Dieses Freischaltelement ist ein speziell geschützter Schalter, welcher nur von der Feuerwehr bedient werden kann. Mit ihm kann auch von außerhalb des Gebäudes die BMA manuell ausgelöst werden, woraufhin sich das Schlüsseldepot öffnen lässt. Gleichzeitig wird die BMA-Auslösung auch an die Feuerwehrleitstelle weitergeleitet.

Bedingt durch die Konstruktion des Schlüsseldepots muss der Generalschlüssel nach Abschluss des Einsatzes erst ordnungsgemäß verstaut und verschlossen sein, bevor sich die Brandmeldeanlage vollständig zurücksetzen lässt.

Brandmeldezentrale

Zentraler Anlaufpunkt bei Einsätzen durch Brandmeldeanlagen sind die Brandmeldezentralen (BMZ). Der Aufbau der BMZ ist unabhängig vom Hersteller der Brandmeldeanlage in ganz Deutschland gleich. An der BMZ erhält der Einsatzleiter auf einem Display die Information welcher Sensor ausgelöst hat. Hierfür verfügt jeder Sensor über eine eindeutige Nummer. Um das Auffinden der Sensoren zu vereinfachen sind die Positionen der einzelnen Rauchmelder auf Laufkarten vermerkt. Diese Laufkarten zeigen den Gebäudeplan rund um den Rauchmelder und den Weg, wie ihn von der BMZ aus erreicht.

Weiterhin ist es an der BMZ möglich die Funktionen der Brandmeldeanlage zu steuern. Beispielsweise lässt sich das akustische Alarmsignal ausschalten um zusätzliche Stressbelastung für die Einsatzkräfte zu vermeiden, sofern der Alarmton nicht mehr für Evakuierungszwecke benötigt wird.

Brandmeldeanlagen
www.ff-moringen.de/technik/brandmeldeanlagen.html
Patrick Henke (patrick.henke@ff-moringen.de)
19.05.2012 - 05:09:13
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