Rettungsschere

Um Öffnungen zur Versorgung und Betreuung von eingeklemmten Personen nach Verkehrsunfällen zu schaffen, ist es meist nötig verschiedene Fahrzeugsäulen zu durchtrennen, oder andere Schnitte ins verunfallte Fahrzeug zu setzen.

Dies ist bei modernen PKW für die Feuerwehren jedoch zu einem schwierigen Unterfangen geworden. Denn die Verwendung von ultrahochfesten Borstählen in den Fahrgastsicherheitszellen, zur Verbesserung der Seitenaufprall- und Überschlageigenschaften, lassen insbesonders die Rettungsscheren schnell an ihre Grenzen stoßen. Diese Grenzen werden insbesonders im Bereich der B-Säulen, der Dachholme und weiterer Verstärkungen erreicht.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden verwendet die Feuerwehr Moringen zurzeit die Rettungsschere RS165-65 aus dem Hause Weber Hydraulik. Zum Betrieb der Schere wird ein Öldruck von 630 oder 700bar benötigt.

Im optimalen Schnittpunkt kann diese Schere eine Schneidkraft von 650 kN aufbringen. Das entspricht etwa 65t. Die maximale Öffnungsgröße der Schere zwischen den Spitzen beträgt 165mm. Dank der sichelförmigen Messer zieht die Schere sich das Schnittgut stets selbstständig in den optimalen Schnittpunkt.

Mit diesem Gerät ist die Feuerwehr Moringen noch in der Lage selbst Unfallszenarien an neueren Fahrzeugen abzuarbeiten. Sollte es wider Erwarten zu Problemen beim Durchtrennen von Fahrzeugsäulen geben stehen den Einsatzkräften verschiedene alternative Rettungstechniken und -wege zur Verfügung, um den Patienten trotzdem schnell zu befreien.

Schere S50-14

Um für Rettungsscheren, wie die von uns benutzte RS165-65, hohe Schneidleistungen zu erreichen, werden von den Herstellern spezielle Messergeometrien entworfen, welche zur Folge haben, dass der Schnitt nicht verwindungsfrei durchgeführt werden kann. Es werden also während des Schnitts Spannungen ins Material gebracht, welche eine Bewegung der Schere oder des Schnittguts zur Folge haben. Bei dem Durchtrennen von Fahrzeugsäulen oder anderen Schnitten ist dies in der Regel kein Problem.

Jedoch gibt es Einsatzsituationen, in welchen ein verwindungsfreies Schneiden erforderlich ist, zum Beispiel bei Pfählungsverletzungen. Hierfür hält die Feuerwehr Moringen eine kleine Schere S50-14 vor. Diese Schere hat eine maximale Schneidkraft von 140kN. Dies entspricht etwa 14 Tonnen. Die Schneiden lassen sich bis zu 50mm öffnen.

Durch die geringen Abmaße eignet sich diese Schere auch, um beispielsweise die Pedalerie in einem Kraftfahrzeug zu entfernen, um einen Patienten zu befreien. Weitere mögliche Anwendungsgebiete bei Verkehrsunfällen ist die Entfernung des Lenkradkranzes, oder die Entfernung von Kopfstützen oder anderen Anbauteilen zur Entklemmung und Rettung.

Schere
www.ff-moringen.de/technik/hydraulische-rettungsgeraete/schere.html
Patrick Henke (patrick.henke@ff-moringen.de)
19.05.2012 - 11:35:34
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